Blog Englische Verben konjugieren — der große Überblick

Englische Verben konjugieren — der große Überblick

J Janine Kreiser, Gründerin ConjuExpert 20. Juni 2026 18 min DE

Methodik · Methodik

Englische Verben konjugieren — der große Überblick

Englische Verben konjugieren — der große Überblick

Englische Verben konjugieren — der große Überblick: Präsens, Vergangenheit, Present Perfect, Zukunft, Modalverben, Conditionals, Passiv und mehr. Mit korrekten Beispielen und Lernweg.

Cover-Bild: beim Veröffentlichen ein passendes Canva-Asset einsetzen.


💡 TL;DR: Englisch hat weniger Endungen als Deutsch, aber dafür ein paar Stolperstellen, die genau deshalb übersehen werden: das -s in der 3. Person, der Unterschied zwischen Present Perfect und Simple Past, die zwei Zukünfte (will vs. going to) und die unregelmäßigen Verben. Dieser Überblick sortiert das ganze englische Verbsystem von Präsens bis Passiv — mit korrekten Formen und Links zu den Vertiefungen. Die Kurzfassung: Englisch ist nicht schwer zu beugen, es ist schwer richtig zu timen.

Warum Englisch sich "einfach" anfühlt — und trotzdem zickt

Es gibt einen Moment, der fast jedem deutschen Englischlernenden passiert. Man schreibt eine E-Mail, fühlt sich sicher, tippt "He don't know" — und ein englischer Kollege grinst freundlich. Das winzige -s in "He doesn't know" hat zugeschlagen. Genau das ist das Tückische am englischen Verbsystem: Es wirkt simpel, weil die Konjugationstabellen so kurz sind. Deutsch beugt ich gehe, du gehst, er geht, wir gehen, ihr geht, sie gehen — sechs Formen. Englisch beugt I go, you go, he goes, we go, you go, they go — und ändert genau eine Stelle. Diese Einfachheit verführt dazu, das Thema zu unterschätzen. Doch die Schwierigkeit ist nur woanders hingewandert: weg von den Endungen, hin zur Wahl der richtigen Zeitform. Wann nimmst du Simple Past, wann Present Perfect? Heißt es "I will call" oder "I'm going to call"? Das sind die Entscheidungen, an denen Fortgeschrittene wirklich hängenbleiben — nicht an irgendwelchen Endungen. Dieser Guide geht das ganze englische Verbsystem einmal durch, von vorne bis hinten, mit korrekten Beispielen. Er ist als Landkarte gedacht: Jeder Abschnitt erklärt das Wichtigste und zeigt dir, wo du tiefer gräbst.

Wenn du wissen willst, wie Verbkonjugation grundsätzlich funktioniert — sprachübergreifend, mit dem System dahinter — schau in den großen Leitfaden zum Verben-konjugieren-Lernen. Hier geht es konkret um Englisch.

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Das Präsens: Simple Present und Present Continuous

Englisch hat im Präsens nicht eine Gegenwart, sondern zwei — und sie meinen verschiedene Dinge. Das Simple Present beschreibt Gewohnheiten, Tatsachen und Dinge, die regelmäßig passieren: I work from home. Das Present Continuous (am + -ing) beschreibt, was gerade jetzt im Moment läuft: I am working right now. Im Deutschen gibt es diese Trennung nicht — wir sagen "ich arbeite" für beides und lassen den Kontext entscheiden. Genau deshalb fühlt sich die englische Doppelung erst unnötig an und schlägt dann im falschen Moment zu. Schau dir das durchgespielt an, mit dem Verb to read:

PersonSimple PresentPresent Continuous
Ireadam reading
youreadare reading
he / she / itreadsis reading
we / you / theyreadare reading

Der Unterschied wird greifbar, sobald man zwei Sätze nebeneinanderlegt. "She reads detective novels" heißt: Krimis sind ihr Ding, generell. "She is reading a detective novel" heißt: Sie sitzt jetzt gerade mit einem Krimi da. Eine berühmte Stolperfalle sind dabei die sogenannten State Verbs — Verben des Denkens, Fühlens und Besitzens wie know, like, want, believe. Die stehen normalerweise nicht im Continuous. "I am knowing the answer" ist falsch; richtig ist "I know the answer." Das Wissen ist ein Zustand, kein Vorgang, der gerade abläuft. Wer das einmal verstanden hat, vermeidet einen der häufigsten Fehler im gesprochenen Englisch.

📝 MERKE: Continuous = es passiert jetzt, vorübergehend, im Verlauf. Simple = generell, immer, als Tatsache. Signalwörter für Continuous: now, at the moment, right now, look!

Wann du welche der beiden Gegenwartsformen brauchst und wie du im Zweifel schnell entscheidest, vertieft der Spoke Present Continuous oder Simple Present — inklusive der State-Verbs-Ausnahmen.


Das berühmte -s der dritten Person

Wenn es eine einzige Endung gibt, die deutschen Lernenden Englisch vermiest, dann ist es dieses -s. In der 3. Person Singular — he, she, it — bekommt das Verb im Simple Present ein angehängtes -s, und nur dort. I play, you play, he plays. Es klingt nach einer Lappalie, ist aber der Fehler, den selbst gute Sprecher unter Druck machen, weil das Deutsche an dieser Stelle nichts Vergleichbares hat, das einen erinnert. Die Bildung folgt klaren Regeln, je nachdem, worauf das Verb endet:

Endung des VerbsRegelBeispiel
normal • swork → works
-o, -ss, -sh, -ch, -x • esgo → goes, watch → watches
Konsonant + yy → iesstudy → studies, fly → flies
have (unregelmäßig)Sonderformhave → has

Entscheidend ist die Verbindung zu do/does. Sobald du eine Frage oder Verneinung in der 3. Person baust, wandert das -s in das Hilfsverb und verschwindet vom Hauptverb. Das ist der Punkt, an dem es richtig knifflig wird. Korrekt heißt es "She works", aber in der Verneinung "She doesn't work" — nicht "doesn't works". Das -s ist schon im does untergebracht, das Hauptverb bleibt nackt. Genauso bei Fragen: "Does she work here?" Wer beides gleichzeitig flektiert (does she works), doppelt — ein Klassiker. Übe diesen Mechanismus an drei Verben: He goes — He doesn't go — Does he go? / She tries — She doesn't try — Does she try? / It costs — It doesn't cost — Does it cost? Wenn dieses Dreierschema sitzt, sitzt das -s.

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Warum dieses kleine -s so hartnäckig falsch gemacht wird und mit welchem Trick es endlich hängenbleibt, zeigt der Spoke Das -s in der 3. Person Singular.


Simple Past: die abgeschlossene Vergangenheit

Fürs Erzählen von Vergangenem ist das Simple Past die Grundform. Bei regelmäßigen Verben hängst du einfach -ed an — und zwar für alle Personen gleich, ganz ohne das -s-Theater des Präsens. I worked, you worked, she worked, they worked. Eine Tabelle braucht man dafür kaum, weil sich nichts ändert. Was sich ändert, ist die Schreibweise je nach Verbende, und die lohnt einen kurzen Blick:

VerbSimple PastRegel
playplayedeinfach + ed
lovelovedendet auf e → nur + d
studystudiedKonsonant + y → ied
stopstoppedkurzer Vokal → Konsonant verdoppeln

Das Simple Past benutzt du immer dann, wenn die Handlung abgeschlossen ist und zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Vergangenheit stattfand. Typische Signalwörter sind yesterday, last week, in 2019, two days ago, when I was young. Beispiel durchgespielt: "I visited my grandmother yesterday" — abgeschlossen, klarer Zeitpunkt, fertig. Die zweite große Baustelle hier sind die unregelmäßigen Verben, die sich dem -ed verweigern: go → went, see → saw, take → took, buy → bought. Davon gibt es einige Hundert, aber die rund 50 wichtigsten decken den Alltag ab. Sie lassen sich in Muster sortieren, statt jedes einzeln zu pauken — das spart enorm viel Mühe.

Die unregelmäßigen Formen sind keine zufällige Liste, sondern folgen vier Mustergruppen. Wie du dir die wichtigsten unregelmäßigen Verben gruppenweise draufschaffst, statt sie einzeln zu büffeln, erklärt der eigene Spoke dazu.


Present Perfect vs. Simple Past — der Klassiker

Kein Thema sorgt bei deutschen Englischlernenden für mehr Stirnrunzeln als dieses Paar. Das Present Perfect (have/has + Past Participle) sieht aus wie unser deutsches Perfekt — "Ich habe gegessen" / "I have eaten" — und genau diese Ähnlichkeit ist die Falle. Im Deutschen benutzen wir das Perfekt ständig fürs Erzählen: "Gestern habe ich einen Film gesehen." Übersetzt man das wörtlich, kommt "Yesterday I have seen a film" heraus — und das ist falsch. Sobald ein konkreter Vergangenheitspunkt im Spiel ist (yesterday), muss das Simple Past her: "Yesterday I saw a film." Das Present Perfect dagegen schlägt eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart: Es zählt, dass etwas passiert ist, ohne zu sagen wann. Vergleich an einem Beispiel:

Simple PastPresent Perfect
I saw that film last week.I have seen that film.
Wann? Letzte Woche — konkret.Irgendwann; Hauptsache, ich kenne ihn jetzt.
Signalwörter: yesterday, ago, last …Signalwörter: ever, never, already, yet, just, since, for

Die Faustregel, die wirklich trägt: Steht eine abgeschlossene Zeitangabe im Satz, nimm Simple Past. Geht es um Erfahrung, Ergebnis oder etwas, das bis jetzt reicht, nimm Present Perfect. "Have you ever been to London?" fragt nach der Lebenserfahrung — kein Zeitpunkt. "I went to London in 2018" nennt das Jahr — also Simple Past. Übe es an einem Verb komplett durch: eat → "I have eaten sushi before" (Erfahrung) gegenüber "I ate sushi at that restaurant on Friday" (Zeitpunkt). Sobald du den Unterschied zwischen "dass" und "wann" fühlst, löst sich der Knoten.

📚 TIPP: Frag dich bei jedem Vergangenheitssatz nur eins: Sage ich, WANN es war? Ja → Simple Past. Nein, mir geht es ums Ergebnis oder die Erfahrung → Present Perfect.

Dieser Unterschied ist so zentral, dass er einen eigenen, ausführlichen Spoke verdient: Present Perfect oder Simple Past richtig wählen — mit allen Signalwörtern und den typischen Übersetzungsfallen.


Past Perfect: die Vorvergangenheit

Manchmal reicht eine Vergangenheit nicht aus, weil zwei Dinge in der Vergangenheit nacheinander passierten und man die Reihenfolge klarmachen will. Dafür gibt es das Past Perfect (had + Past Participle) — die Vorvergangenheit, das, was davor schon geschehen war. Es entspricht ziemlich genau unserem Plusquamperfekt ("ich hatte gegessen"). Die Logik ist eine Zeitleiste: Ein Ereignis liegt weiter zurück als das andere, und das ältere bekommt das Past Perfect. Beispiel durchgespielt: "When I arrived at the station, the train had already left." Erst fuhr der Zug ab (Past Perfect, das Frühere), dann kam ich an (Simple Past, das Spätere). Würde man beides ins Simple Past setzen, ginge die Reihenfolge verloren. Schau dir das an drei Verben an, immer mit had + Participle:

VerbPast ParticiplePast Perfect
finishfinishedShe had finished before he called.
eateatenWe had already eaten when they arrived.
seeseenI knew the city because I had seen it before.

Man braucht das Past Perfect seltener als die anderen Zeiten, aber wenn man es braucht, ersetzt es nichts. Es ist das Werkzeug fürs saubere Erzählen — überall dort, wo eine Vorgeschichte mit hineinspielt.

Wann genau du diese Vorvergangenheit brauchst und wie du sie nicht mit dem normalen Simple Past verwechselst, vertieft der Spoke zum Past Perfect.


Die Zukunft: will oder going to?

Englisch hat keine einzelne Zukunftsform mit Endung wie manche romanischen Sprachen, sondern zwei gebräuchliche Konstruktionen — und sie sind nicht beliebig austauschbar. will + Grundform benutzt du für spontane Entschlüsse, Versprechen, Vorhersagen ohne konkreten Anhaltspunkt. be going to + Grundform benutzt du für geplante Absichten und für Vorhersagen, die sich auf sichtbare Anzeichen stützen. Der Unterschied ist fein, aber nativ hörbar. Beispiel: Das Telefon klingelt, und du sagst spontan "I'll get it" — Entschluss im Moment, also will. Hattest du dir dagegen schon vorher vorgenommen anzurufen, sagst du "I'm going to call him tonight" — Plan, also going to. Bei Vorhersagen genauso: "Look at those clouds — it's going to rain" (sichtbares Anzeichen) gegenüber "I think it will rain tomorrow" (reine Vermutung).

SituationFormBeispiel
spontaner EntschlusswillOK, I will help you.
Versprechen / VorhersagewillI will be there at eight.
fester Plan / Absichtgoing toWe are going to move next month.
Vorhersage mit Anzeichengoing toShe is going to have a baby.

Im Alltag überschneiden sich beide Formen oft, und kein Muttersprachler verzieht das Gesicht, wenn du mal will statt going to nimmst. Aber die Grundunterscheidung — spontan gegen geplant — macht dein Englisch deutlich natürlicher. Es lohnt sich, sie bewusst zu üben, bis die richtige Form von selbst kommt.

Welche Form in welcher Situation natürlicher klingt und wie du die feinen Nuancen triffst, klärt der Spoke Zukunft mit will oder going to.


Modalverben: can, could, must, should & Co.

Modalverben sind die kleinen Helfer, die ausdrücken, was man kann, darf, muss oder sollte. Im Englischen sind sie herrlich pflegeleicht, weil sie sich kaum verändern: Sie bekommen kein -s in der 3. Person, brauchen kein do/does für Fragen und Verneinungen, und das folgende Verb steht immer in der Grundform ohne to. "She can swim" — nicht "cans", nicht "to swim". "Can she swim?" — kein does. Das macht sie zu einer der wenigen englischen Verbgruppen, bei denen man wirklich entspannen darf. Worauf es ankommt, ist die Bedeutung:

ModalverbBedeutungBeispiel
canFähigkeit / ErlaubnisI can speak English.
couldVergangenheit von can / höfliche Bitte*Could you help me?*
muststarke NotwendigkeitYou must stop here.
shouldRatschlag / EmpfehlungYou should rest.

Eine Stolperstelle lohnt besondere Aufmerksamkeit: die Verneinung von must. "You mustn't go" heißt nicht "du musst nicht gehen", sondern "du darfst nicht gehen" — ein Verbot. Wer ausdrücken will, dass etwas nicht nötig ist, nimmt "You don't have to go." Diese Verwechslung kann im echten Gespräch zu peinlichen Missverständnissen führen, deshalb lohnt es sich, sie früh sauberzukriegen. Durchgespielt: "You must wear a seatbelt" (Pflicht) / "You mustn't smoke here" (Verbot) / "You don't have to come" (freiwillig).

Die genauen Bedeutungsnuancen — vor allem can gegen could und must gegen should — entwirrt der Spoke zu den Modalverben can, could, must, should.


Conditionals: die wenn-dann-Sätze

Conditionals sind Bedingungssätze: Wenn X passiert, dann Y. Englisch unterscheidet drei Haupttypen, und die Zeitform im Wenn- und im Dann-Teil entscheidet, welche Realität gemeint ist. Typ 1 ist die realistische Möglichkeit in der Zukunft: If-Satz im Simple Present, Hauptsatz mit will. Typ 2 ist die unrealistische oder hypothetische Gegenwart: If-Satz im Simple Past, Hauptsatz mit would. Typ 3 ist die irreale Vergangenheit, das, was hätte sein können: If-Satz im Past Perfect, Hauptsatz mit would have + Participle. Das klingt nach viel, wird aber an einem durchlaufenden Beispiel mit to rain sofort greifbar:

TypBedeutungBeispiel
Typ 1real, möglich (Zukunft)If it rains, I will stay home.
Typ 2hypothetisch (Gegenwart)If it rained, I would stay home.
Typ 3irreal (Vergangenheit)If it had rained, I would have stayed home.

Die deutsche Eselsbrücke versteckt sich im Tempus: Typ 1 redet über jetzt und gleich (ich rechne damit), Typ 2 über eigentlich nicht (rein gedacht), Typ 3 über zu spät (ist vorbei, hätte aber sein können). Ein häufiger Fehler ist, im If-Satz ein will zu setzen — "If it will rain" ist falsch. Im Bedingungsteil steht nie will; das gehört in den Hauptsatz. Wer diese eine Regel verinnerlicht, hat schon die halbe Miete.

🎯 Conditionals lassen sich am besten an eigenen Beispielsätzen üben. Auf conjuexpert.app bekommst du KI-Beispielsätze mit Lückentext zu deinem Wunschthema — kostenlos ausprobieren.

Wie du die drei Typen sicher auseinanderhältst und welche Mischformen es noch gibt, vertieft der Spoke zu den Conditionals Typ 1, 2 und 3.


Das Passiv: wenn der Täter unwichtig wird

Manchmal interessiert nicht, wer etwas tut, sondern was getan wird. Dafür gibt es das Passiv, und im Englischen baut es sich nach einem einzigen, verlässlichen Muster: Form von be + Past Participle. Die Zeitform steckt im be, das Partizip bleibt gleich. Aus dem Aktiv "They build the houses" wird das Passiv "The houses are built." Wer das be in die jeweilige Zeit setzt, kann das Passiv in jeder Zeitstufe bilden — das ist die ganze Mechanik. Durchgespielt mit to write:

ZeitAktivPassiv
PresentShe writes the letter.The letter is written.
PastShe wrote the letter.The letter was written.
Present PerfectShe has written the letter.The letter has been written.

Das Passiv begegnet dir überall dort, wo es sachlich-neutral zugeht: in Nachrichten, Anleitungen, wissenschaftlichen Texten. "The patient was examined", "Mistakes were made", "English is spoken here." Will man den Täter doch nennen, hängt man ihn mit by an: "The letter was written by her." Genau hier liegt der häufigste deutsche Fehler — wir neigen dazu, das Passiv mit from zu bauen ("vom"), aber im Englischen ist es immer by. Achte darauf, und dein Passiv klingt sofort richtig.

Das vollständige Passiv-System mit allen Zeiten und der by-Regel findest du im Spoke zum englischen Passiv.


Phrasal Verbs: wenn das Partikel alles ändert

Phrasal Verbs sind Verben mit angehängtem Partikel — get up, look after, give up, turn down — und sie sind das, was Englisch so idiomatisch und für Lernende so rutschig macht. Das Tückische: Das Partikel kann die Bedeutung komplett verbiegen. Look heißt "schauen". Look after heißt "sich kümmern um". Look up heißt "nachschlagen". Look forward to heißt "sich freuen auf". Dasselbe Grundverb, vier völlig verschiedene Bedeutungen — abhängig nur vom kleinen Wort dahinter. Übersetzen hilft hier selten; man lernt Phrasal Verbs am besten als ganze Einheit mit Beispielsatz. Ein paar der häufigsten, durchgespielt:

Phrasal VerbBedeutungBeispiel
give upaufgebenDon't give up now!
find outherausfindenI found out the truth.
turn downablehnen / leiser drehenShe turned down the offer.
look aftersich kümmern umCan you look after the dog?

Es gibt Hunderte, und keine Liste deckt alles ab — aber das ist kein Grund zur Panik. Die fünfzig häufigsten begegnen dir ständig, und mit jedem Buch, jeder Serie kommen neue dazu, die sich über den Kontext einprägen. Wichtig ist nur, sie als Einheit zu behandeln: nicht to give und up getrennt lernen, sondern give up = aufgeben als ein Wort im Kopf abspeichern.

Welche Phrasal Verbs sich wirklich lohnen und wie du dir ihre Bedeutungen merkst, statt zu raten, zeigt der Spoke zu den englischen Phrasal Verbs.


Gerund oder Infinitiv: -ing oder to?

Eine der elegantesten Stolperfallen: Wenn ein Verb auf ein anderes Verb trifft, muss das zweite entweder ins Gerund (-ing-Form) oder in den Infinitiv (to + Verb) — und welches von beidem, hängt vom ersten Verb ab. "I enjoy reading" — aber "I want to read." Beide Sätze sind richtig, doch vertauscht man die Formen, wird es falsch: "I enjoy to read" geht nicht. Es gibt keine durchgängige Logik, aber sehr verlässliche Listen. Nach enjoy, finish, avoid, mind, suggest folgt das Gerund. Nach want, decide, hope, promise, learn folgt der Infinitiv. Ein paar Verben — like, start, begin — erlauben beides ohne Bedeutungsunterschied. Durchgespielt:

Erstes VerbFolgeformBeispiel
enjoy, finish, avoidGerund (-ing)She finished working.
want, decide, hopeInfinitiv (to)He decided to leave.
like, start, beginbeides möglichI like cooking / to cook.

Es gibt sogar ein paar Verben, bei denen die Wahl die Bedeutung ändert"I stopped smoking" (ich hörte auf zu rauchen) gegen "I stopped to smoke" (ich hielt an, um zu rauchen). Solche Feinheiten lernt man nicht über Nacht, aber die Grundlisten der häufigsten Verben bringen dich erstaunlich weit. Am besten prägst du dir je eine Handvoll Gerund- und Infinitiv-Verben mit einem festen Beispielsatz ein.

Die verlässlichen Listen plus die Verben, bei denen sich die Bedeutung verschiebt, findest du im Spoke Gerund oder Infinitiv.


Die typischen Schmerzpunkte — und der Lernweg

Wenn man all das überblickt, schälen sich die echten Stolpersteine heraus. Sie sind erstaunlich konstant, fast jeder deutsche Englischlernende kennt sie. Das vergessene -s in der 3. Person, das selbst Fortgeschrittenen unter Druck durchrutscht. Die Verwechslung von Present Perfect und Simple Past, weil das deutsche Perfekt zur falschen Wahl verführt. Die wörtliche Übersetzung deutscher Sätze, die englische Idiomatik ignoriert. Und die unregelmäßigen Verben, vor denen viele kapitulieren, obwohl sie sich in Mustern ordnen lassen. Die gute Nachricht: Keiner dieser Punkte ist objektiv schwer. Es sind Gewohnheitsfehler — und Gewohnheiten ändert man durch Wiederholung, nicht durch noch eine Regel-Erklärung. Ich habe bei der Recherche zu Lernmethoden immer wieder denselben Befund gefunden: Aktives Abrufen und über Tage verteiltes Üben sind nachweislich die wirksamsten Lernstrategien, während bloßes Wiederlesen und Markieren kaum etwas bringt (Dunlosky et al., 2013). Für Verben heißt das konkret: nicht die Tabelle anstarren, sondern die Form selbst produzieren, immer wieder, in kleinen Häppchen über die Woche verteilt.

Ein realistischer Lernweg sieht deshalb so aus, dass du dir nicht alles auf einmal vornimmst, sondern in einer sinnvollen Reihenfolge vorgehst. Zuerst sitzt das Fundament: Simple Present mit dem -s und Simple Past mit den häufigsten unregelmäßigen Verben. Darauf baut die Erzählebene auf: Present Perfect gegen Simple Past, dann das Past Perfect für die Vorvergangenheit. Als Drittes kommt die Ausdrucksebene: die zwei Zukünfte, die Modalverben, die Conditionals. Und ganz oben, als Feinschliff, das Passiv, die Phrasal Verbs und die Gerund-Infinitiv-Frage. Wer in dieser Reihenfolge übt und jeden Schritt erst festigt, bevor der nächste kommt, baut sich ein Verbsystem auf, das trägt — statt ein Kartenhaus aus halb gelernten Regeln. Den großen, sprachübergreifenden Überblick über das Prinzip Konjugation liefert dabei jederzeit der Leitfaden Verben konjugieren lernen.

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Takeaway

Englisch zu konjugieren ist kein Endungs-Marathon wie in manch anderer Sprache — es ist eine Frage des richtigen Timings. Die Formen sind schnell gelernt; die Kunst liegt darin, im richtigen Moment die richtige Zeit zu greifen. Wer die paar echten Schmerzpunkte gezielt angeht — das -s, das Perfect-Past-Paar, die unregelmäßigen Verben — und aktiv übt statt nur zu lesen, hat das englische Verbsystem schneller im Griff, als es von außen aussieht. Welcher dieser Stolpersteine bringt dich gerade am meisten ins Straucheln?

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Janine Kreiser

Gründerin von ConjuExpert. Macht Sprachgrammatik sichtbar – mit Mustern statt Chaos.